Gier nach Gold: Wie Prunk und Luxus Rom veränderten

Als die Römer Hannibal besiegten, lebten ihre Consuln und Senatoren noch einfach und bescheiden. Als die Römer Herren der Mittelmeerwelt geworden waren, imitierten sie das Gehabe der von ihnen besiegten hellenistischen Könige: Gold, Silber und Edelstein kamen in ihre Häuser und auf ihre Tafeln. Der Geräteluxus war nur eine Stufe des Prunks, der in der Pracht der Architektur begann. Die Römer hatten in unserem Teil der Welt für lange Zeit keine Konkurrenz zu fürchten. Ihr Tafelluxus war Ausdruck ihrer Überlegenheit.

Auch die antiken Tempelschätze und Sakralinventare waren Sammelpunkte kostbaren Edelmetalls und seltener Weihegaben an die Götter. In vielen Orten nahmen sie die Funktion von Banken und Tresoren wahr. Obwohl die Masse der heidnischen Sakralschätze nach dem Sieg des Christentum 395 n. Chr. konfisziert und vernichtet wurde, haben archäologische Bodenfunde doch vieles gerettet; es entfaltet sich ein buntes Bild antiker Kostbarkeiten.

Die meisten antiken privaten Edelmetallschätze wie auch die Tempelschätze, die wir noch kennen, stammen aus den sogenannten Hortfunden. Das waren Kostbarkeiten, die man in Notzeiten und Kriegszeiten im Boden vergrub. Die archäologische Fundgeschichte dieses Materials spiegelt deshalb auch die Geschichte antiker Konflikte und Katastrophen wider.

Bildlegende: Reliefverzierter römischer Silberbecher aus den Jahren kurz vor Christi Geburt. Hochzeitsszene. Aus Wardt-Lüttingen am Niederrhein. Kopie. Fot. E. Künzl.