Ernst Künzl - Archäologe - Sachbuchautor
Metall und Farbe: Antike Emailarbeiten

- Drachenfibel aus Britannien. 1.- 2. Jh.
Die Griechen übernahmen die Emailtechnik, also das auf das Metall aufgeschmolzene farbige Glas, aus dem Orient. Seit dem 4. Jh. v. Chr. finden sich häufige Beispiele, besonders auf Goldschmuck. Die Kelten wandten das Email recht häufig an, auf Schmuck wie auf Waffen, doch nur in roter Farbe.
Die Masse der erhaltenen antiken Metallarbeiten mit Metalldekor gehört in die römische Kaiserzeit: Trinkbecher ebenso wie Kasserollen, Handwaschgarnituren wie Tintenfässer, Feldflaschen wie Pferdegeschirrteile und besonders viele emailverzierte Fibeln. Figürliches ist rar; dafür entschädigt die reiche Palette an Farben und Ornamenten.

- Kosmetikgefäß aus Britannien. 1.- 2. Jh.
Führend in der Produktion größerer Emailobjekte auf Kupferlegierungsbasis war die römische Provinz Britannia, wo keltischer Geschmack, keltisches Stilgefühl deutlich weiterlebten.
Der in Britannien in den Jahren zwischen 75 und 125 n. Chr. blühende neokeltische Mischstil aus keltischer Ornamentik und römischen Einflüssen brachte Spitzenwerke hervor.